Beatsteaks – Beatsteaks

Für den kleinen Hunger auf Rock

VÖ: 1.8.2014

Jede Band liefert mal ein schwaches Album ab. Bei den einen dauert es etwas länger, bei anderen nicht so lang. Bei den „Beatsteaks“ hat es glücklicherweise etwas länger gedauert. Keine Frage: Das jüngste Album „Beatsteaks“ der Berliner Band ist 100 Prozent „Beatsteaks“. Doch die Jungs sind auf ihrem siebten Werk nicht mehr so wegweisend, frisch und frech wie früher. Das Gute ist, dass sie über die Jahre ihre gute Laune und ihre Spielfreude beibehalten haben und das merkt der Fan auch auf der neuesten Platte.

Mit dem Intro „A real Paradise“ machen die Jungs da weiter, wo sie mit dem letzten Album „Boombox“ aufgehört haben. Es ist die typische Beatsteaks-Coolness. Den Song kann man sich hervorragend als Intro auf der Live-Tour vorstellen. Er macht Stimmung und Lust auf mehr. Leider hält das Album nicht das, was der erste Song verspricht.

Weiter geht’s mit dem Zwei-Minuten-Quickie „DNA“, einem gut gelaunten Punk-Flitzer. Schön, aber nichts Besonderes. Die erste Überraschung dann bei „Be smart an breathe“. Sänger Arnim Teutoburg-Weiß überlässt das Mikro Drummer Thomas Götz. Das bringt Abwechslung und passt. Melodisch geht’s weiter mit „Make a wish“, einer fast schon romantischen Stadionhymne.

Der Mittelteil der Platte überzeugt mit absoluter Coolness. Bei „Everything went black“ muss man unweigerlich mit dem Kopf im Takt nicken und „Up on the roof“ ist ein schnelles Rock-Stück, bei dem sich das Cabrio-Dach ganz von alleine öffnet. Sommerlich und gechillt geht’s dann bei „Pass the message“ weiter. Hier kommt zum Ende hin eine Handvoll Bläser zum Einsatz, was dem Stück ein ordentliches Volumen verleiht.

Das Stück „Gentleman of the year“ kennt jeder bereits aus dem Radio. Nach anfänglicher Skepsis hat sich der Song bei mir zu einem echten Ohrwurm entwickelt. Er kommt nicht richtig in Fahrt, ist aber trotzdem cool. Und er hat etwas, das ich in der Musik generell liebe: Nach drei Minuten ist der Song eigentlich zu Ende, doch er kommt nochmal zurück und tobt sich mit allen musikalischen Elementen des Stückes aus, bevor er endgültig verschwindet. Ganz toll, aber neben dem Intro der einzige richtige Höhepunkt.

Danach geht’s schnell und unspektakulär zu Ende. „Wicked witch“ ist nett und etwas abgedreht, kann aber nicht so richtig überzeugen. „Creep Magnet“ und „I never was“ sind ruhig und nachdenklich, aber zumindest das letzte Stück ist punkig und gut gelaunt.

Alles in allem ist „Beatsteaks“ ein rundes Album ohne Schnick-Schnack, allerdings auch ohne die erhoffte Extraportion Pfeffer. Dennoch: Die Songs sind toll produziert und die Band bleibt knackig. Das Album ist nach gut einer halben Stunde bereits wieder vorbei und trotzdem sind dort elf Songs untergebracht. Doch vielleicht hätten sich die Berliner noch ein paar Tage mehr Zeit für die Aufnahmen nehmen sollen. Vielleicht wäre ihnen dann auch ein toller Titel eingefallen. Eine Platte ohne Namen zu veröffentlichen hat zwar Tradition bei Rockbands, doch macht nur Sinn, wenn das Album absolut überzeugend ist. „Beatsteaks“ stillt nur den kleinen Hunger auf Rock zwischendurch. Hoffentlich tischt uns die Band beim nächsten Mal wieder eine größere Mahlzeit auf.

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