Die Fantastischen Vier – Rekord

Die Adams und Evas des deutschen Hip Hop

VÖ: 24.10.2014

Zum Dienstjubiläum bekommen viele nur einen warmen Händedruck vom Chef. Wer 25 Jahre dabei ist, bekommt vielleicht noch einen Blumenstrauß oder einen Restaurantgutschein. Danach geht’s wieder an die Arbeit, die dann bis zur Rente irgendwie durchgezogen wird. Bei den Fantastischen Vier ist das anders. Die Adams und Evas des deutschen Hip Hop haben sich zum Jubiläum nochmal auf die fantastischen vier Buchstaben gesetzt und einen Arbeitsnachweis abgeliefert, der so frisch ist, als ob ihn der Azubi im zweiten Lehrjahr zusammengezimmert hätte.

Toll ist ein Album, das einen von der ersten Sekunde an mitnimmt und mindestens für die ersten drei oder vier Tracks nicht wieder loslässt. „Rekord“ ist so ein Album. Den Opener „25“ kennt jeder aus dem Radio. Mit diesem Stück wurde das Album schon Monate im voraus beworben. Dass der Refrain von Don Snow eingesungen wurde, dem Sänger von The Catch, die mit „25 Years“ Anfang der 80er ihren ersten Hit hatten, macht die Single zu etwas besonderem.

Was danach folgt, sind einige tolle Hip-Hop-Songs mit Partystimmung, wie zum Beispiel „Heute“ und „Der Mann den nichts bewegt“. „Lass sehen“ wird durch Streicher und Bläser angereichert und wirkt dadurch beeindruckend groß.

An einigen Stellen erinnert die Musik an frühere Fanta-4-Alben. Bei „Gegen jede Vernunft“ kommt die Orgel aus „Die 4. Dimension“ zum Einsatz und die überdrehten Stimmen waren zum Beispiel auf „4:99“ zu hören. Einen Song wie „Sie ist weg“ gibt es auch, nämlich die Hip-Hop-Ballade „Single“. Und bei „Gott ist mein Zeuge“ präsentiert sich Thomas D. in Bestform wie bei „Krieger“ oder „Millionen Legionen“.

Ähnlich anrührend ist auch „Wie geliebt“, in dem Thomas (Strophe) und Michi (Refrain) nachdenklich über Liebeskummer und die Suche nach dem Sinn rappen. Und „Disco“ könnte mit seiner Nightliner-Stimmung auch vom 98er Soloalbum „Weltweit“ von Michi Beck stammen.

„Rekord“ von den Fantastischen Vier ist ein sehr einheitliches und poppiges Rapalbum ohne Experimente. Andy Y. hat für das Album bemerkenswerte Musik produziert, die sich teilweise nach Deichkind („Typisch Ich“) oder Busta Rhymes („Der Mann den nichts bewegt“) anhört, die aber immer voll ins Schwarze trifft. Allerdings kommt Smudo gefühlt etwas zu kurz.

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