AC/DC – Rock or Bust

Nichts Altbewährtes gescheut

VÖ: 28. November 2014

Coca Cola schmeckt seit hundert Jahren gleich, Ferrari baut immer noch rote Autos mit einem Pferd vorne drauf und AC/DC haut immer noch die gleichen Zutaten in die Rock-Suppe seiner Alben. Auch dieses Mal haben Sänger Brian Johnson und seine Kollegen nichts Altbewährtes gescheut und den AC/DC-Automaten wieder mit viel Gitarre, ordentlich Rhythmus und einem Dutzend Textzeilen, in denen „Rock“ vorkommt, gefüttert. Herausgekommen ist „Rock or Bust“, ein AC/DC-Album, das so ist, wie es sein muss.

Die australischen Altherren der Rock’n’Roll-Champions-League haben auf ihrer neuen CD nicht mit ihren Markenzeichen gegeizt. Schon die ersten beiden Songs „Rock or Bust“ und „Play Ball“ sind vollgepackt mit den typischen Elementen einer AC/DC-Platte: eingängige Gitarrenriffs mit wenigen Akkorden und ein knackiger Rhythmus zum Mitklatschen. Auch „Got some Rock’n’Roll Thunder“ und „Rock the House“ gehören dazu. „Play Ball“ ist außerdem ein geschickt komponierter Schachzug der Band, denn der Song kann in den kommenden hundert Jahren bei jeder Football-, Baseball- und Handball-Werbung verwendet werden. Ein Wunder, dass er nicht vor der Fußball-WM veröffentlicht wurde.

Neben den Krachern ist auf dem Album aber auch wieder viel Füllmaterial verbaut worden. Tracks wie „Hard Times“ oder „Baptism by Fire“ sind nett, bleiben aber nicht hängen. Und „Rock the Blues away“ ist der verzweifelte Versuch, die Musiker um die 60 immer noch als Partyhengste mit jeder Menge „Girls“ auf dem Schoß zu verkaufen. Aber dicke Hose muss ein.

Mit dem coolen Riff in „Emission Control“ geht das Album nach gut 35 Minuten auch schon wieder zu Ende. AC/DC kann es noch und macht es noch. „Rock or Bust“ bietet keine Überraschungen, doch die will auch niemand. Das Album kam rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt, damit es jedem Papa zwischen Sydney und Los Angeles unter den Baum gelegt werden kann. Und die Gerüchte, wonach dieses Album nach den ersten gesundheitlichen Problemen der Musiker vielleicht das letzte sein könnte, sind strategisch ebenfalls gut platziert worden.

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