Deichkind – Niveau Weshalb Warum (Deluxe)

Evolution aus der Mikrowelle

VÖ: 30. Januar 2015

Wie das neue Album von Deichkind ist? Keine Ahnung. Ich bin bisher nicht über den ersten Song hinweggekommen. „So ‘ne Musik“ ist so geil, den muss ich einfach immer wieder von vorne hören…

Nee, jetzt mal ohne Flachs! „So ’ne Musik“ ist zwar ein echter Hammer, der geile Sound und der brachiale Refrain gehen einem tagelang nicht aus dem Kopf, doch der Rest der Platte ist mindestens genau so geil. Die Deichkinder haben in den vergangenen Monaten ein bezaubernd bescheuertes Album zusammengedengelt, das für die Hamburger Elektro-Hip-Hopper nicht besser hätte werden können. „Niveau Weshalb Warum“ kann alles.

Ebenso mordsmäßig wie beim eingangs erwähnten Opener des Longplayers geht es bei „Denken Sie groß“ weiter. Bescheidenheit wird klein geschrieben. Das zeigt auch das epochale Gitarrensolo, das Michael Jackson damals auch gut für „Dirty Diana“ hätte benutzen können.

Geiler Sound und Texte zum totlachen, so geht’s weiter in den Tracks 3 bis 15. Die Highlights sind gut verteilt, wie zum Beispiel „Mehr als lebensgefährlich“, ein Song über leere Joghurtbecher und so weiter, oder „Die Welt ist fertig“, in dem die Evolution in ein leckeres Mikrowellenmenü verpackt wird. Zwischendurch wird’s auch mal romantisch: „Porzellan und Elefanten“ geht einwandfrei als Ballade durch.

Ein Stück, das zumindest etwas irritiert, ist „Oma gib Handtasche“. Der erste Eindruck: Deichkind, die Atzen und David Guetta haben die Nacht ordentlich gebechert und sind am nächsten Morgen nackt nebeneinander aufgewacht. Im Kater ist dann dieses Stück entstanden. Da es allerdings nur 1:52 lang ist, ist es glücklicherweise nicht mehr als ein Fingerzeig des Deichkind-DJs.

Bei der Deluxe-Version des Albums schenkt Deichkind den Fans noch zwei Bonustracks, von denen „Selber machen lassen“ eindeutig der bessere ist. In alter Hip-Hop-Tradition hat Deichkind seine besten Kumpels zusammengetrommelt und einen Song aufgenommen, in dem jeder nur ein bis zwei Zeilen hat, also gewissermaßen ein „We are the World“ im Deichkind-Style. Beim ersten reinhören habe ich Fettes Brot, Dendemann, Jan Delay, Kraftklub und Zweiraumwohnung erkannt, und ich glaube auch Smudo und die Beatsteaks. Und es sind bestimmt noch mehr bekannte Nasen dabei, die ihre Stimme verstellt haben. Textlich ist der Song außerdem eine Perle der Ironie.

So, jetzt reicht’s aber mit dem Gefasel, ich muss langsam mal wieder „So ’ne Musik“ hören. Wer macht denn heute noch…

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